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Hassolt Werner: Motivationsbehandlung …einer alkoholabh.Klientin… Integrativ. Suchttherapie, 15/2010 Drucken

Behandlungsjournale: Materialien aus der Europäischen Akademie für psychosoziale Gesundheit

 

Ausgabe 15/2010

Motivationsbehandlung und Beratung einer alkoholabhängigen Klientin in der Integrativen Suchttherapie 

Werner Hassolt

 

 Zusammenfassung: Motivationsbehandlung und Beratung einer alkoholabhängigen Klientin in der Integrativen Suchttherapie

Dargestellt wird der Behandlungs- und Beratungsverlauf einer 55-jährigen alkoholabhängigen Frau mit frühen Deprivationserfahrungen, depressiven Verstimmungen und einer Angstproblematik im Verfahren der Integrativen Therapie. Die Beratung erfolgte im Rahmen der ambulanten Motivationsbehandlung in einer Suchtberatungs- und Behandlungsstelle im dyadischen Setting zur Vorbereitung einer ambulanten Rehabilitation. Das Behandlungsjournal beinhaltet eine umfangreiche biographische Anamnese, eine multiaxiale Diagnostik sowie eine ausführliche prozessuale Diagnostik. Die Dokumentation von 10 Sitzungen unter Beachtung der 14 Wirkfaktoren gibt einen Einblick in die geleistete Arbeit.

Schlüsselwörter: Integrative Suchttherapie, Alkoholabhängigkeit, depressive Verstimmungen, ambulante Rehabilitation, prozessuale Diagnostik


Summary: Treatment of motivation and counselling of a client with alcohol dependence in the integrative addiction treatment

The course of treatment and counselling of a 55 year old woman with early deprivation experience, depressive upsets and anxiety problems by using the methods of the integrative therapy. Counselling was given within the framework of an outpatient motivation treatment in an addiction counselling and treatment centre in a dyadic setting to prepare outpatient rehabilitation. The treatment journal includes an extensive biographic history, a multi axial diagnosis and a detailed procedural diagnosis. The documentation of 10 sessions in accordance with the 14 active factors gives insight into the work.

Keywords: Integrative addiction treatment, alcohol addiction, depressive upsets, outpatient rehabilitation, procedural diagnosis

 

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Der Downloadbereich der Behandlungsjournale ist passwortgeschützt. Falls Sie Zugang zu den BehandlungsJournalen wünschen, melden Sie sich bitte direkt beim Fritz Perls Institut:e-mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können , Telefon: 0049 (0) 2192 85 80. Zugang zu den Behandlungsjournalen haben Ausbildungkandidaten und Therapeuten des FPI sowie Therapieforscher.


Die Behandlungsjournale sind eine Ausbildungsleistung, die für den Abschluss von EAG/FPI-Ausbildungen neben der Graduierungs-, Diplom- oder Magister-Arbeit erarbeitet werden müssen. Sie dienen dazu, Behandlungs- und Beratungsprozesse aus der praktischen Arbeit der AbsolventInnen theoriegeleitet darzustellen. Die "Prozesse" (es wird der verdinglichende Term "Fallberichte" auf diese Weise ersetzt) sollen die Arbeit mit PatientInnen bzw. KlientInnen vom Erstkontakt über die Standarddiagnostik (ICD-10, DSM-IV), die verfahrensspezifische Diagnostik, die Behandlungsplanung und -durchführung dokumentieren. Auf diese Weise soll eine "Praxisbibliothek" aufgebaut werden, die es ermöglicht, die Anwendung des Verfahrens der Integrativen Therapie und ihrer Methoden nachzuvollziehen. Den Praktikern werden damit Informationen zugänglich, wie man mit spezifischen Störungsbildern, sozialen Konstellationen und prekären Lebenslagen umgehen kann. Wege der "prozessualen Diagnostik" werden genauso erschlossen wie der Einsatz von Methoden, Techniken und Medien. Die "Wege der Heilung und Förderung" und die in ihnen zur Anwendung kommenden "Modalitäten" sowie die "vierzehn Heilfaktoren" (protektive Faktoren und Resilienzen) werden überschaubar gemacht. Die therapeutische Hypothesenbildung, der Umgang mit Risiko- und Belastungsfaktoren, die Bearbeitung pathogener Stimulierung (Defizite, Traumata, Störungen, Konflikte) kann so vom Leser/von der Leserin nachvollzogen werden, sodass sie für die eigene therapeutische Praxis nützlich werden können.
Die Materialien sind anonymisiert worden und wurden von den PatientInnen/KlientInnen für die Internet-Publikation freigegeben.

Wir hoffen, dass die BehandlungsJournale zur Erweiterung und Fundierung des "klinischen Body of Knowledge" beitragen. In der Regel wird die nachstehende Anleitung für die Erstellung von BehandlungsJournalen zugrunde gelegt:


Anleitung zur Erstellung von Behandlungsjournalen für AusbildungskandidatInnen von EAG/FPI


Der Behandlungsbericht soll dokumentieren, daß der Kandidat eine integrative Behandlung im "dyadischen Setting" (Einzeltherapie) aufgrund von Anamnese, Diagnose/Theragnose, konsensueller Zielvereinbarung, Therapieplanung in einem therapeutischen Rahmencurriculum lege artis durchgeführt hat. Der Behandlungsbericht soll wie folgt aufgebaut sein:

1. Feststellen des Hilfeersuchen und der Erwartungen des Patienten/der Patientin an die Behandlung (expliziter und impliziter Auftrag)

2. Diagnose nach ICD-10 bzw. DSM-4

3. Biographische Anamnese

4. Karriereanamnese

5. Prozeßdiagnostische Erhebung (vgl. Petzold 1993p; Petzold, Osten 1998; Osten 2000) mit Lebensweltanalyse, Netzwerkanalyse, Leibfunktionsanalyse. Probleme, Ressourcen, Potentiale (PRP), Identitätsbereiche usw. müssen exploriert werden.

6. Aetiologische Ueberlegungen (zur Genesetheorie, Belastungsfaktoren, Defiziten, aber auch zu protektiven Faktoren, Resilienzen, zu Kontinuitäten und Diskontinuitäten im Lebenslauf) begründen den Behandlungsplan bzw. ein therapeutisches Rahmencurriculum, in dem Probleme, Ressourcen und Potentiale erhoben und differenzierte Ziele und Inhalte erarbeitet werden (Petzold, Leuenberger, Steffan 1998) mit den "Patienten als Partner" (Petzold, Orth 1999, 363)

7. Behandlungsverlauf dokumentiert durch folgende Aspekte:
I. Prozeß des Patienten (Viation I): Uebertragung, Widerstände, Kontakt, Begegnung, Beziehung, Bindung, Abwehrvorgänge, Kooporationsformen, Ressourcenaktivierungen, Motivation, persönliche Zielsetzungen und Zielrealisierungen, Rollenangebote, Netzwerke, Einbezug von "social worlds".
II. Strategien des Therapeuten (Trajekt): Wege der Heilung und Förderung (1-4), 14 Heilfaktoren (welche Faktorenkombination eingesetzt wurden und dies begründen, vgl. Petzold 1993p), Auswahl und Einsatz von Methoden, Techniken, Medien und Modalitäten (Petzold 1993h), Bearbeitung von Pathogenesefaktoren und Nutzung von Salutogenesefaktoren (Petzold, Steffan 2000), Analyse und Neubewertung von Ressourcen, Selbstwirksamkeit, Kontrollüberzeugungen; Nutzung zentraler Behandlungsstrategien; Vereinbarung von kurzfristigen, mittelfristigen, langfristigen Therapiezielen; Planung und Beobachtung des Behandlungsverlaufs; prozessuale Bestimmung der Behandlungsziele an Hand der festgestellten Probleme, Defizite, aber auch der Potentiale und Ressourcen.
III. Die Prozesse des Therapeuten (Viation II): Uebertragung/Gegenübertragung, partielles Engagement und selektive Offenheit, Involvierung, Metareflexion, genderspezifische Reaktionen, Belastungen, angetönte eigene Themen, Antwort auf Rollenangebote, Definition der eigenen Rolle, eventuelle Bezüge zu anderen laufenden Therapien, Netzwerke im Bezug, Einbezug von "social worlds", Ressourcenlage.

8. Therapieverlauf, Darstellung der Beziehungsdynamik, der Kooporation, der Foki, die behandelt werden (Petzold 1993p), Fokusrotation, Schwierigkeiten, Probleme und Krisen, positive Entwicklungen und Erfolge, Transferarbeit, d.h. Vorbereitung und Begleitung der Umsetzung von Erkenntnissen und Entscheidungen, Transferbegleitung, Wirkung ins soziale Netzwerk, Einbezug des sozialen Netzwerkes.

9. Traumabearbeitung, Trauerarbeit (Simplex-, Duplex-, Triplexniveau, Petzold 1988n, 233f), Kontrollüberzeugungen und Attributionen, kognitive und emotionale Umwertungen, Modifikation devianter Wertewelten und toxischer Ueberich-Strukturen).

10. Flankierende Maßnahmen "bimodaler Therapie" (Entspannungs- und Lauftherapie, Ergotherapie, Bildungsangebote).

11. Abschluß, Ergebnisse, katamnestisches Nachgespräch.

12. Vorbereitung der Beendigung.

13. Abschluss

14. Hilfen bei einer event. Epikrisis

Die Darstellung soll immer wieder mit Bezug auf die relevante Literatur des Integrativen Ansatzes, der klinischen Psychologie und angrenzender relevanter Disziplinen theoretisch reflektiert und kommentiert werden.

www.fpi-publikationen.de/journale
Herausgegeben durch den Prüfungsausschuss der Europäischen Akademie für psychosoziale Gesundheit:
Prof. Dr. mult. Hilarion Petzold
Dr. Waldemar Schuch, MA
Prof. Dr. Johanna Sieper

© FPI-Publikationen, Verlag Petzold + Sieper Hückeswagen. Redaktion: Prof. Dr. phil. Johanna Sieper, Fritz Perls Institut, Wefelsen 5, 42499 Hückeswagen
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  Dienstag, 25. April 2017
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