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Holler D.: Suchtkranker Jugendlicher - Schwerpunkt Suizidalität der leiblichen Mutter …, 09.2013 Drucken

Behandlungs & Supervisions-Journale: Materialien aus der Europäischen Akademie für biopsychosoziale Gesundheit


Ausgabe 09/2013

Stationäre Entwöhnungsbehandlung eines zum Zeitpunkt 16jährigen suchtkranken Jugendlichen auf der Grundlage der „Integrativen Therapie“ mit dem Schwerpunkt Suizidalität und Tod der leiblichen Mutter


Doreen Holler



Zusammenfassung: Stationäre Entwöhnungsbehandlung eines zum Zeitpunkt 16jährigen suchtkranken Jugendlichen auf der Grundlage der integrativen Therapie mit dem Schwerpunkt Suizidalität und Tod der leiblichen Mutter

Vorgestellt wird ein zum Zeitpunkt der Behandlung 16-jähriger suchtkranker Jugendlicher mit Therapieauflage seitens des Gerichts. Dieses integrativ ausgerichtete Behandlungsjournal beleuchtet den Verlauf des stationären Aufenthalts mit dem Umfang von 10 Einzel- bzw. Gruppensitzungen. Es beschreibt den Prozess der Kontaktaufnahme, Anamnese und prozessualen Diagnostik. Im Behandlungsfokus steht die Wahrnehmung seiner eigenen Bedürfnisse und Wünsche. Parallel werden vorhandene Ressourcen reaktiviert und der Aufbau einer sinnvollen Alltags- und Freizeitgestaltung gefördert. Der Patient entwickelt eine positive Zukunftserwartung. Er hat bei Beendigung der Behandlung neue Möglichkeiten entwickelt, Situationen mehrperspektivisch und exzentrischer zu betrachten sowie zu beurteilen.

Schlüsselwörter: Integrative Suchttherapie, Drogenabhängigkeit; Stärkung des Selbstwertgefühls, Stärkung des Konfliktverhaltens, Verbesserung der eigenen Wahrnehmung.


Summary:  The inpatient rehabilitation at the time 16 year old male addicted to drugs based on Integrative Therapy with priority suicidality and the death of the bodily mother
Presented will be a – at the time of treatment – 16 year old male, addicted to drugs, with therapy requirements on the part of his court! This treatment journal is oriented towards integration and will highlight the chronicle of inpatient rehabilitation during 10 sessions of group therapy and personal consultation. The journal describes the first contact with the client, anamnesis and procedural diagnosis. The treatment is focussed on the client’s realization of his own needs and wants. At the same time existing resources are reactivated and assistance is given to establish a useful daily routine and a sensible use of leisure time. The patient develops a positive expectations for the future. At the end of his treatment he displays new possibilities to look at and to judge situations from different angles and more off-centred.

Keywords: Integrated treatment of addiction, drug addiction, strengthening of selfesteem and conflictual behavior, protection of self-perception


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Der Downloadbereich der Behandlungsjournale ist passwortgeschützt. Falls Sie Zugang zu den BehandlungsJournalen wünschen, melden Sie sich bitte direkt beim Fritz Perls Institut:e-mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können , Telefon: 0049 (0) 2192 858 0. Zugang zu den Behandlungsjournalen haben Ausbildungkandidaten und Therapeuten des FPI sowie Therapieforscher.


Die Behandlungsjournale sind eine Ausbildungsleistung, die für den Abschluss von EAG/FPI-Ausbildungen neben der Graduierungs-, Diplom- oder Magister-Arbeit erarbeitet werden müssen. Sie dienen dazu, Behandlungs- und Beratungsprozesse aus der praktischen Arbeit der AbsolventInnen theoriegeleitet darzustellen. Die "Prozesse" (es wird der verdinglichende Term "Fallberichte" auf diese Weise ersetzt) sollen die Arbeit mit PatientInnen bzw. KlientInnen vom Erstkontakt über die Standarddiagnostik (ICD-10, DSM-IV), die verfahrensspezifische Diagnostik, die Behandlungsplanung und -durchführung dokumentieren. Auf diese Weise soll eine "Praxisbibliothek" aufgebaut werden, die es ermöglicht, die Anwendung des Verfahrens der Integrativen Therapie und ihrer Methoden nachzuvollziehen. Den Praktikern werden damit Informationen zugänglich, wie man mit spezifischen Störungsbildern, sozialen Konstellationen und prekären Lebenslagen umgehen kann. Wege der "prozessualen Diagnostik" werden genauso erschlossen wie der Einsatz von Methoden, Techniken und Medien. Die "Wege der Heilung und Förderung" und die in ihnen zur Anwendung kommenden "Modalitäten" sowie die "vierzehn Heilfaktoren" (protektive Faktoren und Resilienzen) werden überschaubar gemacht. Die therapeutische Hypothesenbildung, der Umgang mit Risiko- und Belastungsfaktoren, die Bearbeitung pathogener Stimulierung (Defizite, Traumata, Störungen, Konflikte) kann so vom Leser/von der Leserin nachvollzogen werden, sodass sie für die eigene therapeutische Praxis nützlich werden können.
Die Materialien sind anonymisiert worden und wurden von den PatientInnen/KlientInnen für die Internet-Publikation freigegeben.

Wir hoffen, dass die BehandlungsJournale zur Erweiterung und Fundierung des "klinischen Body of Knowledge" beitragen. In der Regel wird die nachstehende Anleitung für die Erstellung von BehandlungsJournalen zugrunde gelegt:


Anleitung zur Erstellung von Behandlungsjournalen für AusbildungskandidatInnen von EAG/FPI


Der Behandlungsbericht soll dokumentieren, daß der Kandidat eine integrative Behandlung im "dyadischen Setting" (Einzeltherapie) aufgrund von Anamnese, Diagnose/Theragnose, konsensueller Zielvereinbarung, Therapieplanung in einem therapeutischen Rahmencurriculum lege artis durchgeführt hat. Der Behandlungsbericht soll wie folgt aufgebaut sein:

1. Feststellen des Hilfeersuchen und der Erwartungen des Patienten/der Patientin an die Behandlung (expliziter und impliziter Auftrag)

2. Diagnose nach ICD-10 bzw. DSM-4

3. Biographische Anamnese

4. Karriereanamnese

5. Prozeßdiagnostische Erhebung (vgl. Petzold 1993p; Petzold, Osten 1998; Osten 2000) mit Lebensweltanalyse, Netzwerkanalyse, Leibfunktionsanalyse. Probleme, Ressourcen, Potentiale (PRP), Identitätsbereiche usw. müssen exploriert werden.

6. Aetiologische Ueberlegungen (zur Genesetheorie, Belastungsfaktoren, Defiziten, aber auch zu protektiven Faktoren, Resilienzen, zu Kontinuitäten und Diskontinuitäten im Lebenslauf) begründen den Behandlungsplan bzw. ein therapeutisches Rahmencurriculum, in dem Probleme, Ressourcen und Potentiale erhoben und differenzierte Ziele und Inhalte erarbeitet werden (Petzold, Leuenberger, Steffan 1998) mit den "Patienten als Partner" (Petzold, Orth 1999, 363)

7. Behandlungsverlauf dokumentiert durch folgende Aspekte:
I. Prozeß des Patienten (Viation I): Uebertragung, Widerstände, Kontakt, Begegnung, Beziehung, Bindung, Abwehrvorgänge, Kooporationsformen, Ressourcenaktivierungen, Motivation, persönliche Zielsetzungen und Zielrealisierungen, Rollenangebote, Netzwerke, Einbezug von "social worlds".
II. Strategien des Therapeuten (Trajekt): Wege der Heilung und Förderung (1-4), 14 Heilfaktoren (welche Faktorenkombination eingesetzt wurden und dies begründen, vgl. Petzold 1993p), Auswahl und Einsatz von Methoden, Techniken, Medien und Modalitäten (Petzold 1993h), Bearbeitung von Pathogenesefaktoren und Nutzung von Salutogenesefaktoren (Petzold, Steffan 2000), Analyse und Neubewertung von Ressourcen, Selbstwirksamkeit, Kontrollüberzeugungen; Nutzung zentraler Behandlungsstrategien; Vereinbarung von kurzfristigen, mittelfristigen, langfristigen Therapiezielen; Planung und Beobachtung des Behandlungsverlaufs; prozessuale Bestimmung der Behandlungsziele an Hand der festgestellten Probleme, Defizite, aber auch der Potentiale und Ressourcen.
III. Die Prozesse des Therapeuten (Viation II): Uebertragung/Gegenübertragung, partielles Engagement und selektive Offenheit, Involvierung, Metareflexion, genderspezifische Reaktionen, Belastungen, angetönte eigene Themen, Antwort auf Rollenangebote, Definition der eigenen Rolle, eventuelle Bezüge zu anderen laufenden Therapien, Netzwerke im Bezug, Einbezug von "social worlds", Ressourcenlage.

8. Therapieverlauf, Darstellung der Beziehungsdynamik, der Kooporation, der Foki, die behandelt werden (Petzold 1993p), Fokusrotation, Schwierigkeiten, Probleme und Krisen, positive Entwicklungen und Erfolge, Transferarbeit, d.h. Vorbereitung und Begleitung der Umsetzung von Erkenntnissen und Entscheidungen, Transferbegleitung, Wirkung ins soziale Netzwerk, Einbezug des sozialen Netzwerkes.

9. Traumabearbeitung, Trauerarbeit (Simplex-, Duplex-, Triplexniveau, Petzold 1988n, 233f), Kontrollüberzeugungen und Attributionen, kognitive und emotionale Umwertungen, Modifikation devianter Wertewelten und toxischer Ueberich-Strukturen).

10. Flankierende Maßnahmen "bimodaler Therapie" (Entspannungs- und Lauftherapie, Ergotherapie, Bildungsangebote).

11. Abschluß, Ergebnisse, katamnestisches Nachgespräch.

12. Vorbereitung der Beendigung.

13. Abschluss

14. Hilfen bei einer event. Epikrisis

Die Darstellung soll immer wieder mit Bezug auf die relevante Literatur des Integrativen Ansatzes, der klinischen Psychologie und angrenzender relevanter Disziplinen theoretisch reflektiert und kommentiert werden.

www.fpi-publikation.de/journale
Herausgegeben durch den Prüfungsausschuss der Europäischen Akademie für biopsychosoziale Gesundheit:
Univ.-Prof. Dr. mult. Hilarion Petzold
Dr. Waldemar Schuch, MA
Prof. Dr. phil. Johanna Sieper

© FPI-Publikationen, Verlag Petzold + Sieper Hückeswagen. Redaktion: Prof. Dr. phil. Johanna Sieper, Fritz Perls Institut, Wefelsen 5, 42499 Hückeswagen
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  Dienstag, 25. September 2018
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