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Die Europäische Akademie für psychosoziale Gesundheit - Fritz Perls Institut bietet berufsbezogene wissenschaftliche Weiterbildungen bzw. Ausbildungen im psychosozialen Bereich an. Mehr Informationen hier...
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Ledermann Christoph: Behandlung einer Patientin...Anpassungsstörung...stat. Aufenthalt, 14/2010 Drucken

BehandlungsJournale: Materialien aus der Europischen Akademie für psychosoziale Gesundheit

Ausgabe: 14/2010
Behandlungsjournal – Behandlung einer Patientin mit einer Anpassungsstörung im Rahmen eines stationären Aufenthaltes in einer psychotherapeutischen Klinik
Christoph Ledermann

Zusammenfassung: Behandlungsjournal – Behandlung einer Patientin mit einer Anpassungsstörung im Rahmen eines stationären Aufenthaltes in einer psychotherapeutischen Klinik

Eine 40 Jahre alte Patientin mit einer Anpassungsstörung wird stationär mit Integrativer Therapie behandelt. Mit verschiedenen Methoden werden entlang der hermeneutischen Spirale Wahrnehmen-Erfassen-Erkennen-Erklären die Situation und Entstehung der Störung und Symptome mit der Patientin in einen Lebenskontext und zeitlichen Ablauf gestellt.
Hohe Erwartungshaltung an sich selbst und An-Erkennung durch Leistung und Anpassungen spielen bei dieser Patientin eine zentrale Rolle im Leben und bei der beruflichen Entwicklung. Eine massive Störung von Aussen führte zur Dekompensation. Durch die Therapie konnte die Patientin Selbst-Erkenntnis gewinnen und gestärkt mit aktiven Ressourcen und Resilienzen wieder in ihren (beruflichen) Alltag zurückkehren.


Schlüsselwörter: Anpassungsstörung, Resilienz, Integrative Therapie, hermeneutische Spirale, Bewältigungsstrategien

Summary: Journal of Treatment: Stationary treatment of a patient with an adjustment disorder in a clinic for psychotherapy

This is the description of the treatment of a 40 year old patient with an adjustment disorder with Integrative Therapie. Along the hermeneutic spiral of perception-capture-comprehension-explanation and with different therapeutical methods the situation of emergence of the disorder and the symptoms are put in the context of lifespan development.
The patient has high expectations of herself. She believes in earning recognition and acceptance by a high performance and adjustment. This is shown in her acting in life and career. The decompensation was initiated by a massive incident at work. Through the treatment the patient was able to gain self-recognition and return in to her existing daily matters with more resources and active resilience.

Keywords: Integrative Therapie, adjustment disorder, resilience, hermeneutic spiral, coping

 

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Der Downloadbereich der Behandlungsjournale ist passwortgeschützt. Falls Sie Zugang zu den BehandlungsJournalen wünschen, melden Sie sich bitte direkt beim Fritz Perls Institut:e-mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können , Telefon: 0049 (0) 2192 858 0. Zugang zu den Behandlungsjournalen haben Ausbildungkandidaten und Therapeuten des FPI sowie Therapieforscher.


Die Behandlungsjournale sind eine Ausbildungsleistung, die für den Abschluss von EAG/FPI-Ausbildungen neben der Graduierungs-, Diplom- oder Magister-Arbeit erarbeitet werden müssen. Sie dienen dazu, Behandlungs- und Beratungsprozesse aus der praktischen Arbeit der AbsolventInnen theoriegeleitet darzustellen. Die "Prozesse" (es wird der verdinglichende Term "Fallberichte" auf diese Weise ersetzt) sollen die Arbeit mit PatientInnen bzw. KlientInnen vom Erstkontakt über die Standarddiagnostik (ICD-10, DSM-IV), die verfahrensspezifische Diagnostik, die Behandlungsplanung und -durchführung dokumentieren. Auf diese Weise soll eine "Praxisbibliothek" aufgebaut werden, die es ermöglicht, die Anwendung des Verfahrens der Integrativen Therapie und ihrer Methoden nachzuvollziehen. Den Praktikern werden damit Informationen zugänglich, wie man mit spezifischen Störungsbildern, sozialen Konstellationen und prekären Lebenslagen umgehen kann. Wege der "prozessualen Diagnostik" werden genauso erschlossen wie der Einsatz von Methoden, Techniken und Medien. Die "Wege der Heilung und Förderung" und die in ihnen zur Anwendung kommenden "Modalitäten" sowie die "vierzehn Heilfaktoren" (protektive Faktoren und Resilienzen) werden überschaubar gemacht. Die therapeutische Hypothesenbildung, der Umgang mit Risiko- und Belastungsfaktoren, die Bearbeitung pathogener Stimulierung (Defizite, Traumata, Störungen, Konflikte) kann so vom Leser/von der Leserin nachvollzogen werden, sodass sie für die eigene therapeutische Praxis nützlich werden können.
Die Materialien sind anonymisiert worden und wurden von den PatientInnen/KlientInnen für die Internet-Publikation freigegeben.

Wir hoffen, dass die BehandlungsJournale zur Erweiterung und Fundierung des "klinischen Body of Knowledge" beitragen. In der Regel wird die nachstehende Anleitung für die Erstellung von BehandlungsJournalen zugrunde gelegt:


Anleitung zur Erstellung von Behandlungsjournalen für AusbildungskandidatInnen von EAG/FPI


Der Behandlungsbericht soll dokumentieren, daß der Kandidat eine integrative Behandlung im "dyadischen Setting" (Einzeltherapie) aufgrund von Anamnese, Diagnose/Theragnose, konsensueller Zielvereinbarung, Therapieplanung in einem therapeutischen Rahmencurriculum lege artis durchgeführt hat. Der Behandlungsbericht soll wie folgt aufgebaut sein:

1. Feststellen des Hilfeersuchen und der Erwartungen des Patienten/der Patientin an die Behandlung (expliziter und impliziter Auftrag)

2. Diagnose nach ICD-10 bzw. DSM-4

3. Biographische Anamnese

4. Karriereanamnese

5. Prozeßdiagnostische Erhebung (vgl. Petzold 1993p; Petzold, Osten 1998; Osten 2000) mit Lebensweltanalyse, Netzwerkanalyse, Leibfunktionsanalyse. Probleme, Ressourcen, Potentiale (PRP), Identitätsbereiche usw. müssen exploriert werden.

6. Aetiologische Ueberlegungen (zur Genesetheorie, Belastungsfaktoren, Defiziten, aber auch zu protektiven Faktoren, Resilienzen, zu Kontinuitäten und Diskontinuitäten im Lebenslauf) begründen den Behandlungsplan bzw. ein therapeutisches Rahmencurriculum, in dem Probleme, Ressourcen und Potentiale erhoben und differenzierte Ziele und Inhalte erarbeitet werden (Petzold, Leuenberger, Steffan 1998) mit den "Patienten als Partner" (Petzold, Orth 1999, 363)

7. Behandlungsverlauf dokumentiert durch folgende Aspekte:
I. Prozeß des Patienten (Viation I): Uebertragung, Widerstände, Kontakt, Begegnung, Beziehung, Bindung, Abwehrvorgänge, Kooporationsformen, Ressourcenaktivierungen, Motivation, persönliche Zielsetzungen und Zielrealisierungen, Rollenangebote, Netzwerke, Einbezug von "social worlds".
II. Strategien des Therapeuten (Trajekt): Wege der Heilung und Förderung (1-4), 14 Heilfaktoren (welche Faktorenkombination eingesetzt wurden und dies begründen, vgl. Petzold 1993p), Auswahl und Einsatz von Methoden, Techniken, Medien und Modalitäten (Petzold 1993h), Bearbeitung von Pathogenesefaktoren und Nutzung von Salutogenesefaktoren (Petzold, Steffan 2000), Analyse und Neubewertung von Ressourcen, Selbstwirksamkeit, Kontrollüberzeugungen; Nutzung zentraler Behandlungsstrategien; Vereinbarung von kurzfristigen, mittelfristigen, langfristigen Therapiezielen; Planung und Beobachtung des Behandlungsverlaufs; prozessuale Bestimmung der Behandlungsziele an Hand der festgestellten Probleme, Defizite, aber auch der Potentiale und Ressourcen.
III. Die Prozesse des Therapeuten (Viation II): Uebertragung/Gegenübertragung, partielles Engagement und selektive Offenheit, Involvierung, Metareflexion, genderspezifische Reaktionen, Belastungen, angetönte eigene Themen, Antwort auf Rollenangebote, Definition der eigenen Rolle, eventuelle Bezüge zu anderen laufenden Therapien, Netzwerke im Bezug, Einbezug von "social worlds", Ressourcenlage.

8. Therapieverlauf, Darstellung der Beziehungsdynamik, der Kooporation, der Foki, die behandelt werden (Petzold 1993p), Fokusrotation, Schwierigkeiten, Probleme und Krisen, positive Entwicklungen und Erfolge, Transferarbeit, d.h. Vorbereitung und Begleitung der Umsetzung von Erkenntnissen und Entscheidungen, Transferbegleitung, Wirkung ins soziale Netzwerk, Einbezug des sozialen Netzwerkes.

9. Traumabearbeitung, Trauerarbeit (Simplex-, Duplex-, Triplexniveau, Petzold 1988n, 233f), Kontrollüberzeugungen und Attributionen, kognitive und emotionale Umwertungen, Modifikation devianter Wertewelten und toxischer Ueberich-Strukturen).

10. Flankierende Maßnahmen "bimodaler Therapie" (Entspannungs- und Lauftherapie, Ergotherapie, Bildungsangebote).

11. Abschluß, Ergebnisse, katamnestisches Nachgespräch.

12. Vorbereitung der Beendigung.

13. Abschluss

14. Hilfen bei einer event. Epikrisis

Die Darstellung soll immer wieder mit Bezug auf die relevante Literatur des Integrativen Ansatzes, der klinischen Psychologie und angrenzender relevanter Disziplinen theoretisch reflektiert und kommentiert werden.

www.fpi-publikation.de/journale
Herausgegeben durch den Prüfungsausschuss der Europäischen Akademie für biopsychosoziale Gesundheit:
Univ.-Prof. Dr. mult. Hilarion Petzold
Dr. Waldemar Schuch, MA
Prof. Dr. phil. Johanna Sieper

© FPI-Publikationen, Verlag Petzold + Sieper Hückeswagen. Redaktion: Prof. Dr. phil. Johanna Sieper, Fritz Perls Institut, Wefelsen 5, 42499 Hückeswagen
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  Samstag, 25. November 2017
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