24/2012, Jonas Peter: Arbeitslosigkeit aus der Sicht der Integrativen Therapie / Gestalttherapie

POLYLOGE
Materialien aus der Europäischen Akademie für psychosoziale Gesundheit
Eine Internetzeitschrift für „Integrative Therapie“

 

Ausgabe 24/2012

Arbeitslosigkeit aus der Sicht der Integrativen Therapie/Gestalttherapie

Peter Jonas

 

Zusammenfassung: Arbeitslosigkeit unter der Sicht der Integrativen Therapie / Gestalttherapie
Im ersten Teil werden der geschichtliche und kulturelle Arbeitsbegriff abgeklärt und die wesentlichen soziologischen und klinisch-psychologischen Forschungsergebnisse kurz zitiert. Auf diesem Hintergrund stehen drei heuristische Konzepte: Erwerbstätigkeit als Ausdruck einer gesellschaftlichen Figurbildung. Arbeitslosigkeit bedeutet Nichtteilhabe an diesen „Sozialen Figuren" und
damit Isolation. Arbeitslosigkeit als Fixierung in einem unvollendbaren Bedürfniszyklus. Der Arbeitslose verharrt in einem blockierten Zustand, und kann das Feld nur um den Preis der Aufgabe seiner bürgerliche Existenz verlassen. Als Urmodell einer solcher Situation und als Beleg, daß es sich um eine menschliche Grundsituation handelt, wird der Tantalusmythos zititert. Es wird vorgeschlagen, ein solcherart strukturiertes pathogenes Milieu „Tantalusfeld" zu nennen. Arbeitslosigkeit als Bedrohung der Identität schlechthin. Der Arbeitslose ist jemand, der ausschließlich dadurch definiert ist, daß er etwas nicht ist. Die Grundangst durch „Nicht-Identität" „unwirklich" zu werden und durch alle ontologischen Kategorien zu fallen, ist ein Hauptthema der meisten Mythologien und der Horrorliteratur.

Schlüsselwörter: Arbeitsbegriff, Arbeitslosigkeit, soziale Isolation, Identitätsbedrohung, Integrative Therapie


Summary: Unemployment in the perspective of Integrative Therapy / Gestalttherapy
An overview of literature reveals al lack of models explaining the pathogenous effects of unemployment. Three gestalt-theoretical approaches are presented in the article below.
a) Work is seen as a mean of figure-formation on the level of society. The unemployed cannot take part in this essential social activity and therefore is excluded from the common achievement of identity and sense.
b) Persons who have been looking for work unsuccessfully over a long period of time find themselves in an experience-cycle which can neither be completed nor abandoned. This block is not due to undividual but external causes. The fixation in such a field is considered to be pathogenous. Unsolvable situations of this kind are named Tantalus-Fields.
c) Becoming unemployed is described as falling into an ontological gap which causes a general diffusion of identity.

Keywords: The concept of work, unemployment, social isolation, menace of identity, Integrative Therapy

 

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