16/2003, Brühlmann-Jecklin E.: Politisches Engagement
zwischen Verantwortung und Ueberforderung.

Zusammenfassung:
... sollte es doch einmal möglich werden, dass Supervision selbst in freiwilligem sozialen und politischen Handeln Einzug fände, so könnten ein paar Gedanken nützlich sein, die ich hier in den Schlussfolgerungen als Thesen formulieren möchte:
1. Die Fähigkeit zur Eigenverantwortung, die eigenen Kräfte richtig einzuschätzen, sich also nicht zu überfordern, ist ein wichtiges Ziel der Persönlichkeitsentwicklung.
2. Politisches und soziales Engagement ist, wenn es selbstreflexiv geschieht, das Tun einer gereiften Persönlichkeit.
3. Altruistisches Verhalten ist sinn- und wertvoll. Dabei dürfen wir als Helferinnen und Engagierte auch unumwunden zugeben, dass es den selbstlosen Altruismus nicht gibt (Bischof-Köhler 1994, S. 166.ff.), da der Geber, die Geberin immer eine intrinsische Belohnung in Form eines positiven Gefühlszustandes hat. Und wenn wir das Wort ‚selbstlos' genau betrachten, so möchte sicher niemand von uns ohne ‚Selbst' handeln, aber - wie meine Ausführungen hoffentlich deutlich zeigten - sicher auch nicht ohne Selbstreflexion und Selbstbewusstheit.
4. Politisches oder soziales Engagement, das ohne Bewusstwerdung der eigenen Motive erfolgt, birgt die Gefahr in sich, dass aufgrund der mangelnden Selbstreflexion unerkannte und unverarbeitete narzisstische Tendenzen als unbewusstes Motiv zur Geltung kommen. Es resultiert eine Ueberforderung in der Einschätzung des eigenen Tuns bzw. der möglichen Folgen des eignen Tuns.

Summary:
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Key words: Engagement, Ueberforderung, Supervision, Reflexion

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