28/2008, Petzold H.G: „Mentalisierung“ an den Schnittflächen von Leiblichkeit, Gehirn, Sozialität...
Ausgabe 28/2008
„Mentalisierung“ an den Schnittflächen von Leiblichkeit, Gehirn, Sozialität: „Biopsychosoziale Kulturprozesse".
Geschichtsbewusste Reflexionsarbeit zu „dunklen Zeiten“ und zu „proaktivem Friedensstreben“ – ein Essay

Erika Horn, Pionierin der Altenarbeit in Österreich zum 90sten Geburtstag

Hilarion G. Petzold, Düsseldorf* (2008b)

 

Zusammenfassung: „Mentalisierung“ an den Schnittflächen von Leiblichkeit, Gehirn, Sozialität: „BIOPSYCHOSOZIALE KULTURPROZESSE". Geschichtsbewusste Reflexionsarbeit zu „dunklen Zeiten“ und zu „proaktivem Friedensstreben“ – ein Essay
Dieser Essay zur „Integrativen und transversalen Kulturarbeit“ befasst sich mit dem Thema kollektiver und individueller „Mentalisierungsprozesse“, die auf rekursiven neurobiologisch-cerebralen und soziokulturellen Prozessen gründen, aus denen persönliche und kollektive „mentale Repräsentationen“ (Moscovici) emergieren. Anhand der Geschehnisse im „Dritten Reich“ wird gezeigt, wie Traditionen des Denkens in Mentalisierungsprozesse einfließen, wie z. B. die bis in die römische Zeit zurückgehende „Reichsidee“ zu mythologisierenden „Transmissionen“ (Bourdieu) führen können. Mythenbildungen, Antirationalität, Obskurantismus können dann zu „mythotropen“ Entwicklungen als gesellschaftlichen Klimata führen, in denen „dunkle Führer“ als „mythopathische“ Persönlichkeiten mit massiven Realitätsverkennungen und pathologischem Machstreben „neue Mythen“ schaffen, die Massen in den Bann ziehen und zu einer malignen gesellschaftlichen Dynamik führen können, wie in der Zeit des deutschen Nationalsozialismus geschehen. Es gilt, wenn man aus der Geschichte lernen will, solche pathologischen mythopathischen Entwicklungen zu erkennen und ihnen durch eine aktive/proaktive Friedenskultur, durch Mentalisierungsprozesse gegenzusteuern, die eine nachhaltige Friedensmentalität aufzubauen helfen.

Schlüsselwörter: Mentalisierung, kollektive mentale Repräsentationen, mythopathische Persönlichkeiten, Drittes Reich, Integrative Therapie und Kulturarbeit.

Summary: „Mentalization “ at the cutting edge of body, brain, societal reality: “BIOPSYCHOSOCIAL CULTURAL PROCESSES”. Historical reflexivity concerning “dark times” aiming at proactive preacework – an essay
This essay concerning “Integrative and transversal cultural work” is dealing with the topic of collective and individual processes of “mentalization”, which are based on recursive neurocerebral und sociocultural processes from which personal and collective “mental representations” (Moscovici) are emerging. On the basis of the events in the “Third Reich” it is shown how traditions of thinking infuse mentalization processes, how e. g. the “idea of the Reich”, coming down from the times of the Romans can create mythologizing “transmissions” (Bourdieu). Creation of mythologies, antirationality, obscurantism then can lead to “mythotropic” developments in societal climates, in which “dark Fuehrers” with “mythopathic” personalities, a massive loss of the sense of reality and a pathological craving for power are creating “new mythologies” that spellbind the masses, and draw them into a malignant societal dynamics as it took place in the times of German National Socialism. It is absolutely necessary, if one wants to learn from history, to recognize this kind of pathological mythopathic developments and to confront them by an active/proactive culture of peace, to counter them by mentalization processes, that are building up a sustainable mentality of peace.

Keywords: Mentalization, collective mental representations, mythopathic personalities, Third Reich, Integrative Therapy and Cultural Work

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