10/2009, Sorensen M.,Petzold H.G.: Stigma und sexuelle Gewalt

Supervision

Theorie – Praxis – Forschung, Eine interdisziplinäre Internet-Zeitschrift

 

Ausgabe 10/2009

Stigma und sexuelle Gewalt

Margrethe Sørensen, Kristiansand1
Hilarion G. Petzold, Düsseldorf, Amsterdam

 

Zusammenfassung: Stigma und sexuelle Gewalt

Diese Untersuchungbeschäftigt sich mit der Stigmatisierung von Menschen, die sexueller Gewalt ausgesetzt waren. Es wurden zwanzig qualitative Interviews durchgeführt: zehn mit Hilfesuchenden und zehn mit Mitarbeiterinnen von norwegischen Kompetenzzentren gegen sexuelle Gewalt. Die Arbeit umfasst auch Theorien und frühere relevante Forschung zum Thema. Das Ziel dieser Untersuchung war herauszufinden, in wie weit sich die Opfer selbst als stigmatisiert erleben, sowie die unterschiedlichen Möglichkeiten der Handhabung von Stigmatisierung zu betrachten. Die Ergebnisse zeigen, alle Betroffenen erleben die Erfahrung von sexueller Gewalt als stigmatisierend. Es zeigt sich eine Tendenz, dass das Gefühl der Stigmatisierung nach relevanter Hilfe abnimmt, gegenüber dem Erleben vor der Hilfeleistung. Es scheint ein Vorteil zu sein, sich sehr genau zu überlegen mit welcher Absicht bzw. welchem Ziel, zu wem, zu welchem Zeitpunkt und in welcher Art und Weise man über die erlebte sexuelle Gewalt spricht. Der Einzelne hat das Recht auf Informationskontrolle.

Schlüsselwörter: Stigma, sexuelle Gewalt, Handhabung, Identitätsarbeit, Feldkompetenz


Summary:
Stigma and sexual violence

This research is concerning stigmatisation of persons having been exposed to sexual abuse. Qualitative interviews were made with twenty persons – ten clients and ten staff members at supportsenters against sexual abuse in Norway. The article also includes theories and previous research relevant to the topic. The purpose of the research was to find out whether the abused persons themselves feel exposed to stigmatisation and to look into different ways of coping with the stigmatisation. The findings show that all the victims feel stigmatised by having been exposed to sexual abuse. There is a tendency that they feel less stigmatised after having received proper help than they did before. Further on, it seems to be an advantage to consider seriously the purpose, to whom, at what time and in what way they inform about the sexual abuse. Each individual has the right to control information given out.

Keywords: Stigma, sexual abuse, coping, identitywork, fieldcompetence

 

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