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19/2018, Petzold H.G.(2017m): Was hat „religiöse Spiritualität“ in professioneller Beratungs ... Drucken

POLYLOGE
Materialien aus der Europäischen Akademie für biopsychosoziale Gesundheit, Naturtherapien und Kreativitätsförderung - Eine Internetzeitschrift für „Integrative Therapie“


Ausgabe 19/2018

Was hat „religiöse Spiritualität“ in professioneller Beratungsarbeit und Therapie zu suchen?


Hilarion G. Petzold  (2017m)



Zusammenfassung: Was hat „religiöse Spiritualität“ in professioneller Beratungsarbeit und Therapie zu suchen?
 Wenig, aber nicht nichts – einige integrative Perspektiven und „Positionen“
Dieses Positions- und Diskussionspapier nimmt zu einer Debatte Stellung, die in der österreichischen Szene der gesetzlich durch eine Beratungsgesetz geregelten Beratungsprofession der LebensberaterInnen aufgekommen ist, ob religiöse Spiritualität ein Ansatz für professionelle Beratungsarbeit sein kann oder sein sollte. Der Autor vertritt die Position, dass religiöse Fragen in die Hände von SeelsorgerInnen gehören. Psychosoziale Beratung und professionelle Lebenshilfe sollten durch Experten der helfenden Berufe mit sozialwissenschaftlicher, psychologischer und neurowissenschaftliche Theorien und Methoden angewendet werden, die durch evidenzbasierte Beratungs- und Therapieforschung abgesichert werden sollte, sowie säkulare Formen „intellektuellen und geistigen Lebens“: z. B. humanitäre, zivilgesellschaftliche, ökologische Wertetheorien. Hier liegen die Grundlagen moderner Lebensberatung. Religiös-spirituelle Konzepte stehen in der Gefahr problematischer Deutungsmacht, denn sie entziehen sich der wissenschaftlichen Überprüfbarkeit. Sie sind eine „Sache persönlichen Glaubens“, der Respekt verdient, sofern er nicht fundamentalistisch-militant entgleist oder Guru-Gehabe Vorschub leistet. Lebensberatung muss von sozialwissenschaftlichen und neurowissenschaftlichen Konzepten und von evidenzbasierter Wirksamkeitsforschung sowie einer grund- und menschenrechtlich abgesicherten „Beratungsethik“ unterfangen werden (Moser, Petzold 2007). Nur das gibt ihr die Legitimation mit Menschen so zu arbeiten, das ihre Integrität gesichert ist und sie konstruktive Lebenshilfe erhalten.

Schlüsselwörter: Lebensberatung, Beratungsmethodik, religiöse/säkulkare Spiritualität, Wissenschaftlichkeit, Integrative Supervision.


Summary: What has religious spirituality got to do with professional counselling and therapy?
 Very little but not nothing – some integrative perspectives and “positions”
This position and discussion paper is taking a stand on a debate that came up in the Austrian scene of professional life counselling  layed down by a counseling law. The issue is wether religious sprituality can be or should be used in professional couselling. The author is taking the position that religious problems should be handled by ministers. Psychosocial counselling and professional social support however should be practised by experts from the helping professions using theories and methods from the social sciences, psychology, neurosciences that are supported by evidence based counselling and therapy research and that are underpinned by secular concepts of intellectual and mental life: e.g. theories of humanitarian, civic and ecological values. They provide the foundations of modern life counselling.  Religious spiritual concepts are at risk to run into the problems of a misleading power of interpretation, particularly because they lack scientific verifiability and they are a matter of personal faith which deserves respect, though, unless it perverts into militant fundamentalism or gurubehavior. Life counselling has to be supported by concepts of social and neuro science and by evidence based outcome research, moreover by an “ethics of counselling” based on fundamental and human rights. Only by this it can obtain the legitimation to work with people in a way that their integrity is protected and a consistent social support is ensured.

Keywords: Life Counselling, Counselling Methods, Religious and Secular Spiri-tuality, Scientific Foundation, Integrative Supervision.


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Copyrighthinweis: Polyloge auf www.FPI-Publikation.de

2001 gegründet und herausgegeben von:
Univ.-Prof. Dr. mult. Hilarion G. Petzold, Europäische Akademie für biopsychosoziale Gesundheit, Hückeswagen, Donau-Universität Krems, Institut St. Denis, Paris, emer. Freie Universität Amsterdam

In Verbindung mit:

Dr. med. Dietrich Eck, Dipl.-Psych., Hamburg, Europäische Akademie für biopsychosoziale Gesundheit, Hückeswagen
Univ.-Prof. Dr. phil. (emer.) Liliana Igrić, Universität Zagreb
Univ.-Prof. Dr. phil. (emer.) Nitza Katz-Bernstein, Universität Dortmund
Univ.-Prof. Dr. med. (emer.) Anton Leitner, Department für Psychotherapie und Biopsychosoziale Gesundheit, Donau-Universität Krems
Dipl.-Päd. Bruno Metzmacher, Europäische Akademie für biopsychosoziale Gesundheit, Hückeswagen
Lic. phil. Lotti Müller, MSc., Psychiatrische Universitätsklinik Zürich, Stiftung Europäische Akademie für biopsychosoziale Gesundheit, Rorschach
Dipl.-Sup. Ilse Orth, MSc., Europäische Akademie für biopsychosoziale Gesundheit, Hückeswagen
PD Dr. Sylvie Petitjean, Universität  Basel 
Prof. Dr. päd. Waldemar Schuch, M.A., Department für Psychotherapie und Biopsychosoziale Gesundheit, Donau-Universität Krems, Europäische Akademie für biopsychosoziale Gesundheit, Hückeswagen
Prof. Dr. phil. Johanna Sieper, Institut St. Denis, Paris, Europäische Akademie für biopsychosoziale Gesundheit, Hückeswagen

© FPI-Publikationen, Verlag Petzold + Sieper Hückeswagen.

www.fpi-publikation.de/polyloge

Redaktion:
Prof. Dr. phil. Johanna Sieper
Fritz Perls Institut
Wefelsen 5, 42499 Hückeswagen
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  Dienstag, 25. September 2018
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