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07/2017, Petzold H.G.(1978c, 1991e/2017): Das Ko-respondenzmodell als Grundlage Integrativer … Drucken

Supervision
Theorie – Praxis – Forschung, Eine interdisziplinäre Internet-Zeitschrift
(peer reviewed)

Ausgabe 07/2017

Das Ko-respondenzmodell als Grundlage Integrativer Therapie, Agogik, Supervision und Kulturarbeit
(1978c, 1991e/2017)

Hilarion G. Petzold


Zusammenfassung: Das Ko-respondenzmodell als Grundlage Integrativer Therapie, Agogik, Supervision und Kulturarbeit (1978c, 1991e/2017)
Das „Ko-respondenzmodell“ ist das Kernstück im „Integrativen Ansatz der Therapie, Agogik, Supervision und Kulturarbeit“, es greift für die genannten Bereiche von der Metatheorie bis zur Praxeologie und Praxis und wurde zwischen 1975 und 1978 entwickelt. Es wird – um es besser zugänglich zu machen – hier 2017 neu eingestellt.
1.    Es ist ein erkenntnistheoretisches Modell: Auf der Grundlage des „totalen Sinnesorgan“ des Leibes (Petzold 2009c), der als Leib-Subjekt ko-existiv als Teil der Welt (co-esse), in die er eingebettet ist (embeddedness), diese Welt in sich aufnimmt (internalisiert, interiorisiert, inkorporiert - embodiment) tritt der Mensch mit seinen Mitmenschen (con-sortes) in Kontakt und tauscht sich aus. In den dabei entstehen Prozessen „intersubjektiver Hermeneutik und Metahermeneutik“ (idem 2017f) wird die Welt dabei durch die Sprache (idem 2010f) benannte Welt und der Leib wird in Weltwahrnehmen und Kommunizieren zum „informierten Leib“.
2.    Es ist eine Konsens-Theorie der Wahrheit: „Wahrheiten“ über wahrgenommene oder vorgestellte Wirklichkeiten werden kon-sensuell konstituiert. Auf der Basis der gegebenen Ko-existenz gehen die Partner in Ko-respondenz, d.h. Begegnung und Auseinandersetzung > durchlaufen Konsens-Dissens-Prozesse > kommen zu Kon-sens [Dissens] >, der festgelegt wird in Kon-zepten > als Basis für Ko-operation > und > Ko-kreativität. Das wird immer wieder zu erneuter Ko-respondenz führen. Damit können alle Kon-zepte und Positionen des Integrativen Ansatzes in jedem seiner Bereiche immer wieder neu problematisiert und bestimmt werden und Dogmatik wird verhindert.
3.    Es ist ein Modell der Problem- bzw. Konfliktlösung: zwischen Menschen, in Gruppen, Organisationen. Probleme und Konflikte (idem 2003b) werden ins Gespräch gebracht, in Dialoge oder Polyloge (d.s. Gespräche von Vielen mit Vielen über Vieles nach vielen Seiten, idem 2005ü) gebracht und in Konsens-Dissens-Prozessen zumindest zu dem Minimalkonsens geführt, dass man fort he time being Dissens hat – respektvollen –, der für weiterführende Kritik (idem 2014e, f) offen ist.
Das Ko-respondenzmodell geht davon aus, das Sein „Mit-Sein“ ist und alles in Kon-texten bzw. Bezogenheiten und Zusammenhängen steht (con-nectetdness), und unter einer Kon-Perspektiven betrachtet werden muss. Man kann nie das eine ohne das andere in den Blick nehmen, das ist ein Grundprinzip, das sich in allen Bereichen des „Integrativen Ansatzes“ in Theorie und Praxis, bis in die konkreten therapeutischen Interaktionen hinein findet.

Schlüsselwörter: Integrative Therapie, Ko-respondenz, Erkenntnistheorie, Konsenstheorie, Metatheorie


Summary: The Co-respondence Model as basis for Integrative Therapy, Agogy, Supervision and Cultural Work (1978c, 1991e/2017)
The co-respondence model is key element within the „integrative approach of therapy, agogy, supervision and cultural work, it serves for the mentioned areas including metatheory, praxeology and practice and was developed between 1975 and 1978. To make it more easily accessible it is posted here 2017. 
1.    It is an epistemological model: The co-respondence model is based on the concept of the phenomenal body [Leib]( Petzold, 2009c) as “total sensory organ”). The body, in turn, is as a ‘body-subject’ co-existively embedded (embeddedness) as part of the world and constantly internalising (interiorising,, incorporating, embodiment) the latter. Through both of these elements, man enters into contact with his fellowmen (con-sortes) and exchange takes place. The processes of “intersubjective hermeneutics and meta-hermeneutics” (idem, 2017f) emerging make the world a world becoming named through language. The phenomenal body, manifesting itself by mundane  perceptions and communication becomes the “informed body”.
2.    It is a consensus-theory of truth: Different “truths” about perceived or imagined realities are con-sensually constituted. On the basis of the given co-existence partners enter into co-respondence. That means, encounter and contention, they go through processes of consensus and dissent to arrive at con-sensus [dissent] >, which is set in con-cepts > as basis for co-operation and co-creativity. This process will, in fact, repeatedly lead again to co-respondence in such a way as to be able to frequently re-problematize con-cepts and positions within the integrative approach and it’s scopes in order to avoid dogmatization.
3.    It is a model for problem/conflict resolution: It can be applied in contexts concerning individuals, in groups as well as organisations. Problems and conflicts (idem 2003b) are subject to discussion and are being brought to dialogues or polylogues (polylogues here seen as conversation of many with many about much in many different directions, idem 2005ü). Through the course of processes of consensus and dissent, these conversations will at least come to a minimal consensus, to have achieved for the time being dissent, which stays open for respectful and further leading criticism (idem 2014e, f).
The co-respondence model draws it’s foundation from the assumption that being means “co-being” and that processes have to be seen within frames of con-texts resp. connectedness. Everything has to be seen in con-perspectives. One cannot put one in the view without the other. That is the basis principle, which can be found in all areas of the “Integrative Approach” within theory and practice, and as far as within concrete therapeutic interaction.

Keywords: Integrative Therapy, Co-respondence, Epistemology, Consensus-Theory, Metatheory

 

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2001 gegründet und herausgegeben von:
Univ.-Prof. Dr. mult. Hilarion G. Petzold, Europäische Akademie für biopsychosoziale Gesundheit, Hückeswagen, Donau-Universität Krems, Institut St. Denis, Paris, emer. Freie Universität Amsterdam

In Verbindung mit:
Univ.-Prof. Dr. phil. (emer.) Jörg Bürmann, Universität Mainz
Prof. Dr. phil. Wolfgang Ebert, Dipl.-Sup., Dipl. Päd., Europäische Akademie für biopsychosoziale Gesundheit, Hückeswagen
Dipl.-Sup. Jürgen Lemke, Europäische Akademie für biopsychosoziale Gesundheit, Hückeswagen
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Ireen Ruud, MSc., Høgskolen i Buskerud, Norwegen
Prov. Dr. phil. Brigitte Schigl, Department für Psychotherapie und Biopsychosoziale Gesundheit, Donau-Uni. Krems
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  Mittwoch, 28. Juni 2017
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