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Heilkraft der Sprache und Kulturarbeit
Internetzeitschrift für Poesie- & Bibliotherapie, Kreatives Schreiben, Schreibwerkstätten, Biographiearbeit, Kreativitätstherapien, Kulturprojekte

Ausgabe 08/2026

Zwischen Sprachlosigkeit und Trost: Die Überwindung des Verstummens durch Schreiben in der Integrativen Therapie

Peter Wevelsiep

Zusammenfassung: Zwischen Sprachlosigkeit und Trost: Die Überwindung des Verstummens durch Schreiben in der Integrativen Therapie
Diese Arbeit untersucht den therapeutischen Weg von traumatischer Sprachlosigkeit zur wiedergewonnenen Autorschaft im Rahmen der Integrativen Therapie und klinischen Seelsorge. Ausgehend von einer phänomenologischen Analyse des Verstummens wird das Spannungsfeld zwischen der logotherapeutischen Sinnsuche nach Viktor Frankl und dem theologischen Trostbegriff Gerhard Sauters beleuchtet. Dabei wird argumentiert, dass in der Akutphase des Leids der haltgebende Trost Vorrang vor der kognitiven Sinngebung haben muss, um die Erfahrung der Sinnwidrigkeit aushaltbar zu machen. Methodisch verbindet die Arbeit das Tetradische System und die hermeneutische Spirale mit der heilenden Kraft der Lyrik, exemplifiziert an den Werken von Rupi Kaur und Rainer Maria Rilke. Ziel ist die Etablierung einer „poetischen Seelsorge“, die das Schweigen nicht überspielt, sondern durch kreative Medien in einen gemeinsamen Polylog überführt. Abschließend wird für die Integration dieser ko-kreativen Ansätze als fester Bestandteil einer humanen Psychiatrie plädiert.

Schlüsselwörter: Sprachlosigkeit, Trost, Integrative Poesietherapie, Leibgedächtnis, Tetradisches System, Säkulare Seelsorge.

Summary: Between Speechlessness and Consolation: Overcoming Mutism through Writing in Integrative Therapy
This thesis explores the therapeutic journey from traumatic speechlessness to reclaimed authorship within the framework of Integrative Therapy and clinical pastoral care. Based on a phenomenological analysis of silence, it examines the tension between Viktor Frankl’s search for meaning and Gerhard Sauter’s theological concept of comfort (Trost). The central argument posits that in acute phases of suffering, offering solace must take precedence over the cognitive construction of meaning in order to endure the experience of meaninglessness. Methodologically, the work combines the Tetradic System and the hermeneutic spiral with the healing power of poetry, exemplified by the works of Rupi Kaur and Rainer Maria Rilke. The aim is to establish a „poetic pastoral care“ that transforms silence into a creative polylogue rather than marginalizing it. Finally, the thesis advocates for integrating these co-creative approaches into a humane psychiatric practice.

Keywords:
 Speechlessness, Consolation, Integrative Poetry Therapy, Body Memory, Tetradic System, Secular Pastoral Care.

 

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