09/2016, Bader Heike: Wider die Pathologisierung der Krankheit – Krankheit als anthropologisches…

POLYLOGE
Materialien aus der Europäischen Akademie für biopsychosoziale Gesundheit
Eine Internetzeitschrift für „Integrative Therapie“


Ausgabe 09/2016

Wider die Pathologisierung der Krankheit
Krankheit als anthropologisches Faktum aus integrativtherapeutischer Sicht

Heike Bader, Düsseldorf


Zusammenfassung: Wider die Pathologisierung der Krankheit – Krankheit als anthropologisches Faktum aus integrativtherapeutischer Sicht
In der Integrativen Therapie wird Krankheit als Phänomen angesehen, das es zu verstehen und in den Kontext des eigenen Lebens einzubetten gilt. Die Auseinander¬setzung mit Krankheit wird zum Teil der Persönlichkeitsentwicklung, die im Idealfall die kreative (Neu-)Gestaltung der Lebensverhältnisse und das Reflektieren und Hin¬terfragen alter Denk- und Handlungsmuster zur Folge hat. Der erweiterte Gesund¬heits- und Krankheitsbegriff der Integrativen Therapie bewirkt, dass sich Integrität nicht auf die individuelle Dimension des Leibsubjekts beschränkt, sondern die Lebenswelt des Patienten einbezieht. Integrative Therapie versteht sich in diesem Sinn als „kritische Kulturarbeit“, die sich der Verbesserung gesellschaftlicher Zusammenhänge im Sinne eines Melioritätsansinnens verpflichtet sieht.

Schlüsselwörter: Gesundheit, Krankheit, Leibsubjekt, kritische Kulturarbeit, Persönlichkeitsentwicklung


Summary: Arguments against the pathologising of illness – illness as an anthropological fact from the perspective of Integrative Therapy
In Integrative Therapy, illness is regarded as a phenomenon that must be understood in the context of the patient’s whole life. Dealing with illness becomes part of the patient’s personality development and, in the ideal case, it leads to a creative reshaping of the patient’s life circumstances and to a reconsideration and calling into question of previous patterns of thougt and action. Integrative Therapy’s extended concept of wellness and illness means that integrity is not limited to the individual dimension of the body-soul-mind-subject but includes the patients whole life experience. In this respect, Integrative Therapy regards itself as “culture-critical work” and is thus committed to the improvement of society as a whole.

Keywords: wellness, illness, body-soul-mind-subject, culture-critical work, personality development


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