13/2003 (2003c), Eichert H.-C., Petzold H.G.: Kausalattribution und Kontrollüberzeugungen
und deren Bedeutung für die Supervision.

Zusammenfassung:
Kausalattributionen und Kontrollüberzeugungen sind wesentliche Faktoren für menschliches Handeln.
Im klinischen Bereich spielen Attributionen bei der Krankheitsverursachung und -verarbeitung eine wichtige Rolle. Institutionelle Rahmenbedingungen und therapeutisch-theoretische Hintergründe beeinflussen Wirksamkeitsüberzeugungen von Supervisanden und damit auch Attributionsmuster von Patienten.
Die Aufgabe von Supervision ist es in diesem Zusammenhang, die unterschiedlich wirksamen Attributionsstile und Kontrollüberzeugungen deutlich zu machen und deren Ueberprüfung zu ermöglichen. Hierfür ist eine mehrperspektivische Sichtweise notwendig. Dies betrifft sowohl Perspektiven der unterschiedlichen Ebenen (PatientIn, SupervisandIn) als auch unterschiedliche theoretische Sichtweisen und unterschiedliche institutionelle Sichtweisen.
Supervision wird dort am meisten bewirken können, wo sie die Kriterien der Mehrperspektivität erfüllt. Dies dürfte der Fall sein bei externer Supervision, die nicht ausschliesslich aus der theoretischen Perspektive der Supervisanden arbeitet und die über verschiedene institutionelle Erfahrungen bzw. Sichtweisen verfügt. Umgekehrt ist die Wirksamkeit von Supervision vermutlich dann eingeschränkt, wenn die Einnahme unterschiedlicher (zusätzlicher) Perspektiven nur eingeschränkt oder nicht möglich ist. Dies dürfte insbesondere dann der Fall sein, wenn Supervision von einer/m institutionsinternen SupervisorIn mit den theoretischen Perspektive der SupervisandenInnen und mit den gleichen institutionellen Erfahrungshintergründen durchgeführt wird.

Summary:
Causal attributions and control beliefs are essential factors for human behaviour. In the clini-cal sector they have an important function in causing and coverage of mental diseases. Insti-tutional conditions and therapeutic-theoretic backgrounds have effects on beliefs in self-efficacy of supervisands an so on patterns of attributions of clients. In this context the princi-ple task of supervision is, to make clear different operant attribution-styles and control beliefs and to enable their review. Therefore a multi-perspective view is required. This affects the perspectives of the several levels (clients, supervisands, supervisors), the different theoretic perspectives and the different institutional points of views. Supervision will effect most, if the criterias of multi-perspectivity are complied. This might well be so with external supervison, which does not work exclusively in theoretic perspectives of the supervisands and which disposes of experiences in different institutional contexts. Vice versa the efficiency of supervision is restricted, if the taking of different (additive) perspectives is only restricted possible or impossible. This might well be so if the supervision will be given by an internal supervisor (of the institution), with the same theoretic perspectives as the supervisands and the same institutional experiences.
Key words: locus of control, self-efficacy, causal attribution, convictions

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