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EDITION DONAU-UNIVERSITÄT KREMS
INTEGRATIVE THERAPIE
Zeitschrift für vergleichende Psychotherapie und Methodenintegration
Aus Heft 2003, 1 Themenschwerpunkt: Unrecht, Gerechtigkeit, Menschenwürde
Seite 11 – 26

Der Begriff der Menschenwürde.
Eine Anfrage an die Sozialpsychologie

Paul Tiedemann


Zusammenfassung:  Der Begriff der Menschenwürde. Eine Anfrage an die Sozialpsychologie
Der Aufsatz führt in die komplexe Frage nach den Inhalten der Würde des Menschen ein. Der Begriff der Menschenwürde wird vor dem Hintergrund verschiedener Deutungsfolien (Grundgesetz, Praxis der Rechtsprechung, Staatsrechtslehren) und Schulen (I. Kant, Th. Heuss, E. Denninger, Kommunikations- und systemtheoretische Schule) erörtert. Kriterien für eine Begriffsbestimmung wären etwa Universalität, Justitiabilität und die intuitive Kompatibilität. Der Autor führt dann über die Erläuterung der Kant’schen Ausfassung zur Würde den Begriff des „absoluten Wertes des Menschen“ ein, der sich durch die Willensfreiheit bekundet. Nicht die Würde, sondern die Willensfreiheit, der diese Würde zukommt, ist in höchstem Maße fragil und verletzlich. Aus dieser Verletzlichkeit folgt unser Interesse an ihrem Schutz und damit überhaupt erst die rechtliche Relevanz der Menschenwürde. Eine Missachtung der Menschenwürde liegt vor, wo die Willensfreiheit von anderen Personen gestört wird, und erst die Akzeptanz des fremden Willens macht die Menschenwürde zu einem absoluten Wert. Die Bedingungen, unter denen eine Person den fremden Willen als absoluten Wert anerkennen kann, sind von der Sozialpsychologie aufzuklären.

Schlüsselwörter:

Menschenwürde, rechtliche und therapeutische Relevanz

Summary: The Concept of Human Dignity. An Enquiry on Social Psychology
The article is an introduction to the complex theme of human dignity. The terrn of human dignity is discussed on the background of different possibilities of interpretation (constitutional law, practical jurisdiction, jurisprudence), and several schools (I. Kant, Th. Heuss, E. Denninger, communication theory, system theory). Criterions for a clear term-definition are f.e. universality, justitiability, and intuitive compatibility. The author introduces the terrn of „absolute value of man“, using Kant’s definition of dignity: the freedom of will. Not the dignity but this freedom of will is fragile and vulnerable. This is the motivation to protect man, and the legal relevance of human dignity. The disregard of human diginty is the disturbance of the freedom of will of other people; only the acceptance of the extraneous will constitues human dignity as an „absolute value“. Social Psychology can clarify the conditions under which a person is able to appreciate the extraneous will as an absolute value.

Keywords:

human dignity, legal and therapeutic relevance

 

Download:

IT-2003-1-tiedemann-der-begriff-der-menschenwuerde-eine-anfrage-an-die-sozialpsychologie [7.82 MB]

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