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POLYLOGE
Materialien aus der Europäischen Akademie für biopsychosoziale Gesundheit, Naturtherapien und Kreativitätsförderung – Eine Internetzeitschrift für „Integrative Therapie“

Ausgabe 23/2021

Hochsensible Persönlichkeit (HSP) und die „Vier Wege der Heilung und Förderung“ in der Integrativen Therapie – Konzepte und ergänzenden Bemerkungen

Delphine Huser, Zürich

Ulrike Mathias-Wiedemann, Hückeswagen

 

 Zusammenfassung: Hochsensible Persönlichkeit (HSP) und die 4 Wege der  Heilung und Förderung in der Integrativen Therapie
Die Hochsensible Persönlichkeit (HSP) ist nicht unter den Störungen zu finden, da sie als Persönlichkeitsmerkmal angesehen wird. Je nach Quelle wird eine Prävalenz von 5 bis 20% angenommen. HSP ist gemäss Literatur angeboren und dadurch genetisch bedingt. Kinder und bereits Säuglinge mit HSP sind meist ruhiger und fallen durch ein intensives und aufmerksames Beobachten der Umwelt auf. Durch dieses Beobachten nehmen Kinder und später auch Erwachsene mit HSP zwar mehr wahr, brauchen aber auch mehr Ressourcen für die Verarbeitung. Die so entstehende Reizüberflutung führt schneller zur Ermüdung, was bei Kindern zu Quengeln und bei Erwachsenen zu Rückzug oder psychischen Erkrankungen führen kann.
Die „vier Wege der Heilung und Förderung“ der Integrativen Therapie bilden eine gute Grundlage für die Arbeit mit Patienten mit HSP. Durch das Verstehen ihrer Persönlichkeit sowie praktische Hilfen zum Umgang mit ihren Stärken und Schwächen können sie ihr Leben besser meistern. In Dyaden soll der Patient darin bestärkt werden, dass er sich nicht seinem Gegenüber anzupassen braucht und in der Gruppe darauf geachtet werden sollte, dass er nicht zu sehr in den Mittelpunkt gerät Das ist vor allem schüchternen HSP sehr unangenehm.
Dadurch, dass HSP noch ein relativ neu entdecktes Phänomen ist, gibt es noch keine validen Tests, welche eine Hochsensible Persönlichkeit mit Sicherheit bestätigen oder ausschliessen können. Dadurch wird auch die Differentialdiagnostik unter anderem zu ADHS oder auch die Abgrenzung zu sogenannten „Mimosen“ erschwert, wenn nicht sogar verunmöglicht. Da HSP noch nicht lange im Fokus der Forschung ist, sind noch viele Fragen zu diesem Thema offen. Es wird sicherlich interessant, welche weiteren Erkenntnisse in den nächsten Jahren über diesen Persönlichkeitstyp gewonnen werden können. Dazu werden ergänzende Hinweise von Ulrike Mathias-Wiedemann dem Text beigefügt.

Schlüsselwörter: Hochsensibilität/HSP, 4 Wege der Heilung und Förderung, Salutogenese, Persönlichkeit, Integrative Therapie

Summary: Highly Sensitive Personality (HSP) and the 4 Ways of Healing  and Support in Integrative Therapy
The Highly Sensitive Personality (HSP) is not included among the disorders because it is considered a personality trait. Depending on the source, a prevalence of 5 to 20% is assumed. According to literature, HSP is congenital and thus genetically determined. Children and already infants with HSP are usually quieter and are conspicuous by their intense and attentive observation of their environment. Through this observation, children and later the adults with HSP perceive more, but also need more resources for processing. The sensory overload resulting of this higher amount of perceived information leads to a faster fatigue, which can lead to whining in children and withdrawal or mental illness in adults.
The four ways of healing and promoting of the Integrative Therapy provide a good foundation for working with patients with HSP. By understanding their personalities as well as providing practical help in dealing with their strengths and weaknesses, they can better manage their lives. In the therapeutical dyad, the patient should be encouraged that he does not need to conform to his counterpart but can be him/herself. In groups it should be taken care that the HSP does not become too much the centre of attention, what is is especially uncomfortable for shy HSP.Because HSP is still a young phenomenon, there are still no valid tests that can confirm or exclude a highly sensitive personality with certainty. This also complicates, if not makes impossible, the differential diagnosis to ADHD or to the so-called „mimosas“. Since HSP has not been in the focus of research for a long time, there are still many open questions on this topic. It will be interesting to see the further insights about this personality type gained in the coming years. For this some additional information on the subject by Ulrike Mathias-Wiedemann is added to the text.

Keywords: Highly Sensitive Person/HSP, Four Ways of Healing and Fostering, salutogenesis, personality, Integrative Therapy

 

Download:

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