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04/2005, (2000a, Update), 12.2001, Petzold H.G.: Eine „Grundregel“ für Integrative Therapie Drucken
Dekonstruktive Perspektiven, um „riskanter Therapie“, Fehlern und Ungerechtigkeiten in der Psychotherapie entgegenzuwirken.

Zusammenfassung:
Dieser Text stellt den Kontext und die Hintergründe für die Entwicklung und Konzeptualisierung einer „Grundregel“ für die „Integrative Therapie“ und für therapeutisches Arbeiten – ganz gleich in welcher Schulenorientierung – vor. Diese basiert im Intersubjektivitätskonzept (G. Marcel), im Mutualitätsgedanken (Ferenczi) und im Alteritätsgedanken (E. Levinas) sowie in therapieethischen Maximen: der Integrität und der Würde des Patienten/der Patientin (patient dignity), Konzepte, die an allgemeine Gerechtigkeitsdiskurse anschliessen (Arendt, Ricœur, Shklar). TherapeutInnen setzen sich für „gerechte Verhältnisse“ ein, verstehen ihre Praxis als „thérapie juste, just therapy“, weshalb die Zielsetzung der Partnerschaftlichkeit der Behandlung unverzichtbar ist, durch die die Souveränität und Selbstwirksamkeit der PatientInnen gestärkt, „empowered“ werden sollen und sie in Prozessen persönlicher und interpersonaler Hermeneutik (Ricœur) Sinn für sich und mit den relevanten Menschen ihres „Konvois“ gewinnen und Sicherheit und Zugehörigkeit durch das Erleben von zwi-schenleiblicher Präsenz (Merleau-Ponty) als Alternativerfahrung zu biographischen Entbehrungen verinnerlichen soll. Eine solche Grundregel kontrastiert natürlich andere therapeutische Basismaximen: die „psychoanalytische Grundregel“ rigoroser und einseitiger Selbstoffenbarung des Patienten Sigmund Freuds verbun-den mit der strikten Abstinenzverpflichtung des Therapeuten oder die gestalttherapeutische „Hier-und-Jetzt-Grundregel“ von Fritz Perls und seine Authentizitätsverpflichtung für die TherapeutInnen („to be oneself every moment“), so dass auch zur Begründung eines solchen Unterfangens einer „neuen, tentativen Grundregel“ eine dekonstruktive theoretische und praxeologische Auseinandersetzung mit dem Diskurs anderer Richtun-gen, vornehmlich und gleichsam paradigmatisch mit dem psychoanalytischen Diskurs erfolgen muss, um Argumente für unterschiedlichen Ausrichtungen und eigenständige Entwicklungen in einer „integrativen Grundregel“ besser nachvollziehbar zu machen, die sich auch anderen psychotherapeutischen Richtungen als Leitlinie anempfiehlt.

Summary:
This text exposes context and background for the development and conceptualisation of a „basic rule“ for „Integrative Therapy“ and therapeutic practice in general – no matter of its school orientation. It is based in the concept of intersubjectivity (G. Marcel), the idea of mutuality of (Ferenczi) and of otherness (alterité, E. Levinas) as well as on the core concepts of therapeutic ethics: integrity and dignity of the patient, which are grounded in general discourses on justice and equity (Arendt, Ricœur, Shklar). Therapists are engaged for just conditions, understanding their practice as „thérapie juste, just therapy”. Therefore the goal of partnership within the process of treatment is a central issue, by which the patient’s sovereignty and selfefficacy shall be reinforced, “empowered”, so that he can generate in a process of personal and interpersonal hermeneutics (Ricœur) meaning for himself and with the relevant members of his „convoy“ and that he can feel through intercorporal presence (Merleau-Ponty) security and a sense of belonging which can be internalized as an al-ternative experience to biographic privation. Such a basic rule is of course contrasting maxims of other ap-proaches: the psychoanalytic basic rule of rigorous and one sided self-disclosure asked from the patient by Sigmund Freud connected with the pledge of strict abstinence for the therapists; or the basic “here-and-now” rule of Fritz Perls’ Gestalt Therapy connected with a commitment to authenticity for the therapists (“to be one-self every moment”). Consequently for the endeavor to establish a new “tentative basic rule” a theoretical and praxeolocigal deconstructive discussion of the discourses of the other therapeutic orientations orientations particularly and paradigmatically with the psychoanalytic discourse is necessary to bring arguments for diffe-rent positions and independent developments that support the arguments of an “integrative basic rule” that suggests itself also as a guideline for other psychotherapeutic approaches.


Key words: Integrative Therapy, Basic rule, Core Principles, just therapy, ethics, comparative psychotherapy

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Copyrighthinweis: Polyloge auf www.FPI-Publikation.de

2001 gegründet und herausgegeben von:
Univ.-Prof. Dr. mult. Hilarion G. Petzold, Europäische Akademie für biopsychosoziale Gesundheit, Hückeswagen, Donau-Universität Krems, Institut St. Denis, Paris, emer. Freie Universität Amsterdam

In Verbindung mit:

Dr. med. Dietrich Eck, Dipl.-Psych., Hamburg, Europäische Akademie für biopsychosoziale Gesundheit, Hückeswagen
Univ.-Prof. Dr. phil. (emer.) Liliana Igrić, Universität Zagreb
Univ.-Prof. Dr. phil. (emer.) Nitza Katz-Bernstein, Universität Dortmund
Univ.-Prof. Dr. med. (emer.) Anton Leitner, Department für Psychotherapie und Biopsychosoziale Gesundheit, Donau-Universität Krems
Dipl.-Päd. Bruno Metzmacher, Europäische Akademie für biopsychosoziale Gesundheit, Hückeswagen
Lic. phil. Lotti Müller, MSc., Psychiatrische Universitätsklinik Zürich, Stiftung Europäische Akademie für biopsychosoziale Gesundheit, Rorschach
Dipl.-Sup. Ilse Orth, MSc., Europäische Akademie für biopsychosoziale Gesundheit, Hückeswagen
PD Dr. Sylvie Petitjean, Universität  Basel 
Prof. Dr. päd. Waldemar Schuch, M.A., Department für Psychotherapie und Biopsychosoziale Gesundheit, Donau-Universität Krems, Europäische Akademie für biopsychosoziale Gesundheit, Hückeswagen
Prof. Dr. phil. Johanna Sieper, Institut St. Denis, Paris, Europäische Akademie für biopsychosoziale Gesundheit, Hückeswagen

© FPI-Publikationen, Verlag Petzold + Sieper Hückeswagen.

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Redaktion:
Prof. Dr. phil. Johanna Sieper
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