Stelzer Wolfgang: Integrative ambulante Beratung, 01.2004

BehandlungsJournale: Materialien aus der Europäischen Akademie für psychosoziale Gesundheit

Integrative ambulante Beratung - 9 Einzelgespräche zur Therapievorbereitung und -vermittlung bei Störungen durch Alkohol.


Zusammenfassung:

Hr. C gelang es im Laufe der Gespräche eine Krankheitseinsicht zu gewinnen und diese zu vertiefen.
Er hatte verstanden, dass er eine abstinente Lebensweise führen muß und konnte seine Motivation dazu weiter ausbauen.
Wichtig für diese Festigung der Motivation, war die Rückfallbearbeitung in der er erkannte, wie sehr er in der Abhängigkeit zu dem Alkohol steht und welchen Einfluß er auf seinen Kontext und in seiner Gesamtheit als Mensch mit Geist, Körper und Seele besitzt. Die Verharmlosung seines Trinkverhaltens rückte in den Hintergrund.
Hr. C konnte zunehmend besser Zusammenhänge seines geschichtlichen Hintergrundes und der aktuellen Situation zu seiner Suchterkrankung/-entstehung erkennen, reflektieren und sich konstruktiv mit Konflikten und defizitären Verhaltens- und Beziehungsmustern auseinandersetzen. In kleinen Schritten probierte er Abgrenzungsmöglichkeiten in seinem sozialen Umfeld aus. Er entwickelte eine ausgiebige Bereitschaft kleine Verhaltensänderungen durchzuführen. Kognitiv war er immer in der Lage seine Vorgehensweise aus der Exzentrizität heraus, bewußt zu erfassen, zu interpretieren und zu erklären.
Emotionale Anteile waren verschwindet gering und ich mußte schon auf kleine Regungen besonders aufmerksam achten. Die Spiegelung von kleinen gefühlsmäßigen Ausdrücken in Mimik und Gestik, konnte er gut annehmen. Es schien manchmal so, als habe er einen "Panzer" um sich herum gelegt, um ja keine emotionalen Regungen zu spüren.
In der stationären Maßnahme wird Hr. C seinen Prozeß weiter vorwärts bringen und ich sehe gute Chance für eine mittelfristige Abstinenz. Nach anfänglichen Bedenken zu solch einer Behandlung, entstand zum Ende der Beratung hin, bei ihm immer mehr die Haltung, daß dies für ihn nur von Vorteil sein kann, sich mit seinem Leben in einem beschützten Umfeld zu beschäftigen und sich dort zu erfahren.

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